Jan 20, 2017
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Joschka Fischer und die Faszination der Gewalt mit dem Bündnis 90/Die Grünen

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Joschka Fischer und die Faszination der Gewalt mit dem Bündnis 90/Die Grünen

Joschka Fischer und die Faszination der Gewalt mit dem Bündnis 90/Die Grünen
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„Putztruppen-Joschka“ Fischer, einst Jäger von Polizisten des „deutschen Schweinestaates“, richtet seine Gewaltfantasien mittlerweile gegen Russland.

Die Verteidigung „westlicher Werte“

Fischers Texte zielen auf eine sich selbst als linksliberal verstehende deutsche Mittelschicht, die sich noch immer überwiegend im Mainstream informiert. Diese nimmt alternative Sichtweisen nicht zur Kenntnis nimmt, vermag ihren eigenen Rechtsruck daher auch nicht wahrzunehmen. Sie verortet sich links der Mitte, partizipiert im politischen Prozess, nimmt daher Einfluss. Fischer mobilisiert. Und er mobilisiert wie gewohnt nach rechts.

Dabei bewegen sich die Axiome, die Grundannahmen, auf die sich Fischer stützt, zwischen fragwürdig und falsch. Das gemeinsame Wertefundament, das Fischer dem Westen unterstellt, existiert nicht. Der Westen ist ein Konglomerat historisch gewachsener Staaten mit ihren den jeweiligen Kulturen eingeschriebenen, unterschiedlichen Wertesystemen. Ganz deutlich ist beispielsweise das Fehlen des Wertes der Solidarität in den USA, wohingegen dieser Wert für nahezu alle europäischen Nationen, für die gesamte europäische Kultur zentral ist. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: Die Brüderlichkeit lässt sich aus der europäischen Kultur eben nicht einfach wegdenken. Ohne diesen Wert wäre die Geschichte Europas anders verlaufen. Diesen Wert teilt im Gegensatz zu den USA übrigens die Russische Föderation mit uns.

Wessen Interessen vertritt der ehemalige Außenminister der Bundesrepublik?

Fischer schreibt nicht als ein Kenner der Politik, als unabhängiger Fachmann, der sein im politischen Betrieb erworbenes Wissen teilt. Fischer schreibt als transatlantischer Lobbyist und als Vertreter einer genau eingrenzbaren politischen Kaste.

Fischer ist das hiesige Sprachrohr der eben in den USA grandios gescheiterten Demokraten und deren wirtschaftlicher und machtpolitischer Interessen. Mehr noch: Er ist der Multiplikator der Interessen jenes Teils der Demokraten und des politischen Establishments in Washington, die sich links und liberal geben, die aber eine knallharte kriegerische, menschenverachtende neoliberale Agenda verfolgen. Sie verfolgen einen Allmachtsanspruch und sind bereit, selbst in ihren eigenen Reihen mit unlauteren Mitteln gegen Konkurrenten zu kämpfen, wie es Clinton mit Sanders getan hat.

Diese Unlauterkeit, das Korrupte und die Machtbesessenheit dieser Kandidatin beschreibt Fischer mit dem Wort „hochprofessionell“ und gibt im gleichen Atemzug seiner Verwunderung darüber Ausdruck, dass sie gegen den so unprofessionellen und politisch unerfahrenen Trump verloren hat. Dabei war es gerade diese Form der „Professionalität“, die Clinton den Sieg gekostet hat. Sie hätte nie als Kandidatin antreten dürfen. Und diese Form der „Professionalität“, für die Fischer hier steht und einsteht, ist ein System fest etablierter Korruption.

Netzwerk Joschka Fischer

Mit seiner Beraterfirma Joschka Fischer & Company berät Fischer die ganz Großen der Branche im Hinblick auf Gewinnaussichten und Marktchancen. Er rühmt sich seiner Kontakte zur von der ehemaligen Außenministerin der USA, Madeleine Albright, geführten Berateragentur Albright Stonebridge Group, während er seine Zusammenarbeit mit dem Investor George Soros auf der Webseite seiner Firma wohlweislich unausgesprochen lässt. Dass diese besteht, ist jedoch offensichtlich, schließlich war Fischer Gründungsmitglied des über die Open Society Foundation von Soros finanzierten Think-Tanks European Council of Foreign Relations.

Fischer ist also in keiner Weise ein unabhängiger, objektiver Ratgeber. Er ist nicht nur von eigenen wirtschaftlichen Interessen, sondern auch von den ideologischen Interessen eines fundamentalen Neoliberalismus geleitet, der sich im Kern gegen die Interessen der Mehrheit richtet. Man sollte sich seine Argumente daher gut ansehen, bevor man in den Chor derjenigen einstimmt, die eine Militarisierung Europas und einen Konfrontationskurs gegenüber Russland fordern. Darüber hinaus sollte man sich gut ansehen, wer in diesem Chor noch mitsingt.

 

Das gemeinsame Wertesystem des Westens lässt sich zwar immer wieder medial beschwören, es lässt sich aber begrifflich nicht fassen, weil es höchstens als Idee, nicht aber faktisch existiert. Doch ohne ein faktisches Wertesystem bleibt vom Westen nichts anderes übrig als ein Militärbündnis, das vermehrt und immer häufiger gegen Völkerrecht verstößt.

Scheitert Europa?
Price: EUR 11,99

 
Mein langer Lauf zu mir selbst.

Product Description
2. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln, 1999. 175 S. mit zahlr. Abb., Pbd.U.
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Wenn eine bekannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens ein Buch schreibt, so handelt es sich normalerweise um eine Autobiographie. Wenn diese Persönlichkeit zusätzlich einen außergewöhnlichen Lebenswandel hinter sich hat, so wird dieses Buch zumeist auch ein Bestseller. Insofern ist Joschka Fischers Buch Mein langer Lauf zu mir selbst von vornherein prädestiniert, Top-Verkaufszahlen zu erzielen. Und in diesem Fall sind diese durchaus gerechtfertigt.
Die Veränderung des aktuellen Außenministers vom „wandelnden Faß“ zum laufenden Asketen ist wohl niemandem entgangen, der sich auch nur etwas mit der Tagespolitik beschäftigt. Wie es dazu gekommen ist, schildert Fischer beeindruckend ehrlich und offen, mit Stolz, jedoch ohne daß seine Worte prahlerisch wirken. Er liefert dabei weniger eine Anleitung zum Abnehmen, sondern erzählt seine ganz persönliche Geschichte, die einen gewissen Vorbildcharakter nicht verhehlen kann. Im Mittelpunkt steht bei Fischer die bewußte Umprogrammierung des eigenen Lebensstils, ohne die eine solche Veränderung sicherlich nicht möglich ist, und bei der das Laufen eine entscheidende Rolle gespielt hat. Aus dem Mittel zum Zweck wurde eine für das Wohlbefinden notwendige Tätigkeit, die man allerdings nicht als Sucht bezeichnen sollte, und die in der erfolgreichen Teilnahme an einem Marathonlauf gipfelte.
Ein sehr positiv geschriebenes Buch, das den Leser zum Nachdenken über seinen eigenen Lebenswandel anregt. –Jens Keuchel

 
„I am not convinced“: Der Irak-Krieg und die rot-grünen Jahre

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Man mag zur rot-grünen Bundesregierung gestanden haben, wie man will. Eines steht fest: Sie hat Deutschland vor dem verhängnisvollen Mitmarschieren in den Krieg gegen den Irak bewahrt und sich damit historische Verdienste erworben. Während sich Angela Merkel 2002 bemüßigt gefühlt hatte, in Washington vorstellig zu werden, um für den Fall eines Unionssieges bei den bevorstehenden Bundestagswahlen ihre Gefolgsbereitschaft zu versichern, haben die Falken um George W. Bush bei Bundeskanzler Gerhard Schröder und erst recht bei seinem Vize, Außenminister Joschka Fischer, bis zuletzt auf Granit gebissen. Unvergessen wie dieser auf der Münchner Sicherheitskonferenz dem als Kriegstreiber auftretenden US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ein beherztes „I am not convinced“ entgegen schleuderte. Wie berechtigt die Zweifel an der windelweichen Beweislage für die mobilen Massenvernichtungswaffenarsenale des irakischen Diktators Saddam Hussein waren, denen Fischer mit diesen Worten Ausdruck verlieh, belegt just zum Zeitpunkt des Erscheinens des gleichnamigen zweiten Bandes seiner Erinnerungen an die rot-grünen Regierungsjahre ein Interview im Guardian, in dem sich der seinerzeit vom BND unter dem Decknamen „Curveball“ geführte Überläufer, auf dessen Kronzeugenaussagen sich die Amerikaner stützten, selbst als eine Art Lügner für die gute Sache „outete“.
Weit über die Hälfte des gut 370 Seiten starken, erstaunlich gut, lebendig und spannend geschriebenen Werkes, das erkennbar aus Fischers eigener Feder stammt, ist dem Eiertanz um den Irak-Krieg gewidmet. Es setzt an jenem denkwürdigen 11. September 2001 ein, und es scheint so, als hätte sich tatsächlich alles so zugetragen, wie man es sich vorgestellt und irgendwie auch noch bestens in Erinnerung hat. Selbst hinter den Kulissen, wo ja gerade auf dem außenpolitischen Parkett für gewöhnlich das Arkanprinzip waltet, wie die Enthüllungen von Wikileaks belegen. Fischer versteht es, seinen ungewöhnlich unpolemisch und unprätentiös gehaltenen Geschichtsrapport mit intelligenten Exkursen von großer analytischer Kraft zu garnieren. So etwa wenn er auf die für die verheerenden Bush-Doktrinen verantwortlichen „Neocons“ zu sprechen kommt, die er als einen von der radikalen Linken zur Ultrarechten mutierten Haufen von Weltverbesserungssektierern vorstellt , deren Machbarkeitsutopismus alles andere als konservativ sei: „Wenn man so will, war meine Ablehnung der Neokonservativen und ihres Marsches in den Krieg gegen den Irak nicht nur intellektuell und politisch begründet, sondern auch sehr stark eine Instinktreaktion, die sich aus meiner eigenen linksradikalen Biografie ergab.“
Man mag ja zum Opportunismus des machtpolitischen Chamäleons Fischer stehen wie man will, zu seinen Selbstinszenierungen und Metamorphosen vom militanten Berufsrevolutionär zum friedensbewegten Ökopax, vom großmäuligen Oppositionsführer im Bundestag zum bedächtigen Vizekanzler. Doch eines muss man ihm lassen: Wie in allen seinen Rollen ist er auch als Diplomat im Dreiteiler zu Hochform aufgelaufen. Bei aller berechtigten Kritik an der von ihm mitbetriebenen Neudefinition des militärischen Selbstverständnisses der Bundesrepublik hat er ihr damit zweifellos zu größerer Weltgeltung verholfen. Und seine Meriten für das europäische Einigungsprojekt sind trotz der von den Amerikanern geschürten vorübergehenden Irritationen zwischen „altem“ und „neuem“ Europa unbestritten. Und was die zweifelhafte China- und Russlandpolitik anbelangt, so geht diese eindeutig auf die Kappe Gerhard Schröders. Er war es, der die speziellen Beziehungen zu diesen beiden Staaten irgendwann ohne Rücksprache zur Chefsache und Wladimir Putin zu seinem Busenfreund machte. Nicht ohne Auswirkungen auf Innenpolitik und Koalitionsklima übrigens, wie wir erfahren. Scheint doch abwechselnd das Vorbild Putins und des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac vor Augen Schröders Urteilsvermögen über Macht und Kompetenzen eines deutschen Bundeskanzlers allmählich gelitten zu haben.
Eine erstaunliche Erkenntnis für einen, der als konkurrierendes Alphatierchen im Amt alles andere als frei von Selbstüberschätzung war. Und so kommt es, dass sich am Ende der Lektüre seines Buches fast ein wenig Wehmut über den Verlust des großen Zampanos einstellt. Auch wenn man es einem Wichtigtuer wie ihm zunächst einmal erst Recht nicht gegönnt hat, muss man nachgerade zugeben, dass in Anbetracht der internationalen Lage ein Joschka Fischer auf dem Posten von Catherine Ashton als oberster Repräsentant der EU-Außenpolitik sicherlich die bessere Wahl gewesen wäre. – Roland Detsch
Price: EUR 12,99

 
Risiko Deutschland

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340 Seiten. Blauer Oleinen. Einbandkanten etwas berieben, sonst guter Zustand.
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Die Stellung Deutschlands in Europa und die Richtung, die die künftige deutsche Außenpolitik einschlagen sollte — dies sind die Themen von Joschka Fischers Buch Risiko Deutschland. Er geht mit großer historischer Genauigkeit der Frage nach, warum Deutschland in der Vergangenheit zunehmend einen Sonderweg eingeschlagen hat, der es zu einem Unruheherd für Europa hat werden lassen. Und der letzten Endes in die Katastrophen zweier Weltkriege mündete.
Fischer zeigt die historischen Entwicklungslinien, die zu dieser Situation führten. Ob es die erfolglose Revolution von 1848 oder der Versuch der Weimarer Republik war, ein freies und demokratisches Deutschland zu bilden, keine dieser Entwicklungen hat es vermocht, gegen den Widerstand der herrschenden Eliten wirklich dauerhafte demokratische Reformen durchzusetzen. Erst die Spaltung Deutschlands infolge des Kalten Krieges und die Westorientierung der Bundesrepublik führte zu einer europäischen Ausrichtung West-Deutschlands, die aber im Nachklang der Vereinigung gefährdet sein könnte. Schon machen sich Stimmen bemerkbar, die eine nationale Politik fordern statt europäischer Integration. Und genau dagegen schreibt Fischer energisch an: Er sieht eine sichere Zukunft Deutschlands nur in einer europäischen Ausrichtung. „‚Europa zuerst!‘ muß der Basissatz aller deutschen Außenpolitik bleiben“ ist Fischers prägnanter Standpunkt.
Spätestens mit diesem 1994 geschriebenen Buch beweist Joschka Fischer, daß er sich vom Umweltideologen zu einem Politiker gewandelt hat, der sich kenntnisreich auch mit anderen Problemfeldern der Politik auseinandersetzt. Fischer zeigt bereits mit diesem Werk seinen Sachverstand über eine Materie, die er vier Jahre später als deutscher Außenminister verwaltet. Und er liefert ein deutliches und klar in der Geschichte verankertes Ja zu Europa. –Joachim Hohwieler

 
Mein Europa: Mit einem Gespräch mit Joschka Fischer (Zeitgeschichte)
Price: EUR 16,50

 
Die rot-grünen Jahre: Vom Kosovokrieg bis zum 11. September

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443 S., 8°, Hardcover, Schutzumschlag
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Nie wieder Krieg. Nie wieder Auschwitz. Diese zwei Prinzipien galten nicht nur für Joschka Fischer unumstößlich. Doch dann marschierte die serbische Armee 1999 im Kosovo ein. Deutschland musste sich entscheiden, entweder „ethnische Säuberungen“ zuzulassen oder erstmals seit 1945 wieder Krieg zu führen. Folglich steht die Kosovo-Krise im Zentrum dieses politischen Rückblicks. Zudem erörtert der Ex-Außenminister und -Vizekanzler den rot-grünen Wahlsieg 1998, die anschließenden Regierungsgeschäfte, die Partei-, Nahost- sowie Europapolitik samt EU-Osterweiterung. Anekdoten erzählen von Schröders Haifischlächeln, einem schmuddeligen Hotel in New York oder davon, worüber sich Madeleine Albright einmal köstlich amüsierte.
Staatstragend, offen und persönlich, mitunter ausschweifend erklärt, ja legitimiert der Politiker getroffene Entscheidungen. Der Leser jettet gleichsam mit Joschka Fischer durch die Welt — von Konferenz zu Krisenherd und zurück nach Berlin. Da Fischers Erinnerungen immer länger wurden und zwei angekündigte Erscheinungstermine verschoben werden mussten, reifte die Idee heran, seine Sicht der Dinge in zwei Bücher zu fassen. Deshalb reichen die vorliegenden Memoiren nur bis zum 11. September 2001. In einem zweiten Band wird Fischer die Zeit vom Terror-Anschlag auf das World Trade Center bis zur Bundestagswahl 2005 beleuchten.
Laut Umfragen war Joschka Fischer jahrelang der beliebteste Politiker Deutschlands. Im politischen Alltag jedoch fühlte sich der Pragmatiker oft zwischen Bundeskanzler und grüner Partei wie „eingeklemmt zwischen Baum und Borke“. Keinen Hehl macht der charismatische Macher daraus, dass ihn Parteilinke wie Jürgen Trittin mit ihren grundsätzlichen Vorbehalten und anstrengenden Diskussionen nerven. „Politik kennt keinen Konjunktiv“, hält Fischer dagegen. So steht dieses Buch auch als Mahnung an Bündnis 90/Die Grünen, sich keinen politischen Illusionen hinzugeben. Vielmehr könne die Partei nur mittels realpolitischer Pragmatik zurück an die Regierung kommen. Und darum gehe es letztendlich in der Politik, so Realo Fischer überzeugt. —Herwig Slezak
Price: EUR 3,95

 
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